Mobilität….im Großen wie im Kleinen

Mal eben schnell das elektronische Ticket aufgeladen und ab geht’s mit dem Zug nach Dänemark. Über 15 000 PendlerInnen zog  es 2007 jeden Tag über die Meerenge ins Nachbarland, eine Versechsfachung im Vergleich zu 1999. Diese Entwicklung liegt nicht zuletzt am Bau der Öresundbrücke. Mit dem Zug erreicht man das andere Ufer in knapp 20 Minuten, selbst im gutausgebauten ÖPNV Dresdens dauert der Arbeitsweg oft länger.

Das die Mobilität nicht allein auf den Zug beschränkt ist, bewies uns ein Mitfahrer während unserer Meeresüberquerung. Dieser stieg ein und verstaute erstmal ein kleines, metallisch-glänzendes Objekt hinter seinem Sitz bevor er Platz nahm und seinen Laptop auspackte.

Auf Nachfragen hin erklärte er, dass es sich um ein Klappfahrrad handelte. Dieses nutze er zur Anfahrt zum Bahnhof, aber eben auch um in Kopenhagen zur Arbeit zu gelangen. Er sei damit schneller und günstiger unterwegs und erspare sich die lästige Suche nach Parkplätzen, weil er es einfach zusammenklappt und im Büro verstaut. Er meinte, dass es bei einen so gut ausgebauten Radwegenetz in Kopenhagen auch kein Problem sei, per Fahrrad von A nach B zu gelangen. Ein Ziel, welches sich auch so manche(r) FahrradfahrerIn in Deutschland wünscht. Ob das mit dem neuen Beschluss der Bundesregierung auch zu realisieren sei, bleibt offen. Sie möchte gemeinsam mit den Kommunen den Anteil des Radfahrens am Verkehr auf 15 Prozent erhöhen, kürzt aber gleichzeitig den Etat für Radwege.

Zu mir oder zu dir? Wohnkonzepte für eine flexible Gesellschaft

Unsere heutige globalisierte Gesellschaft bringt sehr viele Errungenschaften, fordert aber auch einige Opfer. Technische Errungenschaften erlauben uns ein höchstes Maß an sozialer und räumlicher Mobilität, doch was macht das mit den zwischenmenschlichen Beziehungen?

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Scheidungsraten steigen, auch in klassischen Wohlfahrtsstaaten wie Dänemark und Schweden, das typische Konzept der bürgerlichen Kleinfamilie (Vater, Mutter Kind(er)) wird brüchig. Es gibt stattdessen eine steigende Zahl ganz individueller Lösungen, um mit den Anforderungen einer Gesellschaft umzugehen, die höchste Flexibilität fordert. Auf unserer Exkursion konnten wir Ideen begutachten, die versuchen auf diese sozialen Tatsachen zu reagieren.

Da gibt es Wohnungen, die genauso flexibel sein können, wie die Personen, die in ihnen wohnen. Je nach Beziehungsstatus sind sie an die Umstände anpassbar. Eine alleinstehende Person kann so ein 50 m2 Ein-Zimmer-Appartment beziehen. Sobald sich aber der Wunsch anbahnt mit dem Partner zusammen zu ziehen, muss die Wohnung nicht aufgegeben werden, sondern kann durch den einfachen Umbau durch flexibel einsetzbare Trennwände zu einer Zwei-Raum-Wohnung umfunktioniert werden, die genug Rückzugsraum für zwei Personen bietet. Klappt es in der Liebe dann doch nicht so gut wie anfangs durch die rosa Brille betrachtet, kann die Wohnung wieder den Umständen angepasst werden.

Auch für das studentische Leben wurden Konzepte bereit gestellt, die es ermöglichen, eine quasifamiliäre Wohnatmosphäre aufzubauen. Die Anordnung der Wohnabteile ist an der Struktur eines segmentären Tribes angepasst. Jeder der Studierenden bewohnt ein eigenes Zimmer mit Bad und je 12 Personen teilen sich einen gemütlichen Koch- und Wohnbereich, der anders als in normalen Häusern in den Innenhof ragt, womit intime Atmosphäre hergestellt wird. Er stellt so mehr dar als nur Kochgelegenheit, hier soll eine Art neue Familie entstehen, die während der Studienzeit, die Herkunftsfamilie ersetzt. Es wird bei der Auswahl der BewohnerInnen darauf geachtet, dass verschiedenste Fachrichtungen aufeinander treffen, sodass ein reger Austausch stattfinden kann.

Zwei Ideen, die man in Dresden probieren könnte.

Eine Stadt, wie aus dem Märchen – Kopenhagen aus chinesischer Perspektive

Im Zug fuhren wir eine halbe Stunde von Malmö über die Öresundbrücke nach Kopenhagen. Das eine Brücke allein nicht reicht, Länder und Menschen zusammenzubringen, davon erfuhren wir vom Öresundskomitee. Welches Potential Brücke und grenzübergreifende Zusammenarbeit haben, davon konnten wir uns in Malmö und Ørestad überzeugen. Der Nachmittag gehörte nun uns und wir entdeckten die dänische Hauptstadt ganz individuell.

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Kopenhagen ist sowohl die Hauptstadt Dänemarks, als auch das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum des Landes. Kopenhagen ist wie eine Stadt aus einem Märchen, voller klassischer Gebäude, die von alter Zeit geblieben sind. Es gibt keine Hochhäuser und so war es ganz gemütlich, durch die Stadt zu laufen.

Kopenhagen ist international und tolerant. Leute unterschiedlicher Herkunft leben hier zusammen. Ich bin überrascht, dass alle so nett und gastfreundlich sind. Als ich nach dem Weg oder Essen gefragt habe, so antworteten sie gerne und in gut verständlichem Englisch. Kein Wunder, dass Touristen aus aller Welt hierher kommen.

Die Internationalität zeigt sich auch beim Essen. Für jeden Geschmack gibt es etwas. Ich habe mich natürlich für ein chinesisches Restaurant entschieden, habe aber schnell bemerkt, dass außer den zwei Köchen, alle anderen Mitarbeiter Dänen waren und somit meine Englischkenntnisse weiter gefragt waren.

Die Einwohner Kopenhagens scheinen ein gemächliches Leben zu führen. Langsam laufen sie durch ihre Stadt, spazieren mit ihren Hunden. Sport erscheint als ein wichtiger Teil des Lebens. Auf der Straße gibt es viel mehr Fahrräder als Autos. Auch sind sie weniger breit, als in meiner chinesischen Heimat. Und dennoch gibt es keinerlei Stau wie er in Peking oder Shanghai zum Alltag gehört.

Auch wenn sich europäische Städte und Länder ähneln, gibt es doch Unterschiede. Ich habe schon vorher gehört, dass die Nordeuropäer eine gutes Sozial- und Bildungssystem haben und die Regierung dafür viel Geld ausgibt. Verglichen mit meinem Heimatland ist die Lebensqualität in Schweden und Dänemark besonders hoch und die Kluft zwischen Arm und Reich relativ klein. In China haben die Menschen mehr Stress, so scheint mir. Etwas mehr vom skandinavischen Wohlfahrtsstaat könnte sie vielleicht glücklicher machen.

Bis bald Kopenhagen! Ich freue mich auf den nächsten Besuch.

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Öffentlicher Raum ohne Werbung

Ob wir mit Werbung an öffentlichen Orten konfrontiert werden, ist eine politische Frage. Sie stellte sich auch Malmös Stadtpolitik, als sie entscheiden musste, ob die Stationen im neuen Citytunnel reklamefrei sein sollten, oder eben nicht. 

Malmö Central

Malmö Central

Während die konservative Opposition den Verzicht auf die Werbeeinnahmen als „Verschwendung von Steuergeldern“ sieht, will das lokale rot-rot-grüne Regierungsbündnis zuerst sehen, wie die Menschen die neue Umwelt wahrnehmen und nimmt bewusst fehlende Einnahmen von bis zu vier Millionen Kronen im Jahr in Kauf. Finanzbürgermeister Ilmar Reepalu hat dabei die Schwedische Bahn auf seiner Seite. Sie möchte die Reisenden lieber mit Video-Kunst aus aller Welt erfreuen. Und die kommt derzeit von der in Chile geborenen Künstlerin Tania Ruiz Gutiérrez. Die bis dahin größte Videoinstallation Europas besteht aus 46 Projektionen, die sich über 360 Meter entlang des Bahnsteiges erstreckt.

Auch die anderen beiden unterirdischen Bahnhöfe des Citytunnels wurden mit Kunst versehen. Insgesamt gab die öffentliche Hand hierfür 18 Millionen Kronen aus. Einen Überblick über die Kunstwerke in Malmös Citytunnel gibt ein Wikipedia-Artikel.

Ystad – Leben in der verschlafenen Küstenstadt im Süden Schwedens

Während unsere Ziele der letzten Tage Universitätsstädte waren, die im Zuge sind, sich dementsprechend weiterzuentwickeln, verschlug es uns heute in eine Kleinstadt im Süden Schwedens – Ystad. Im Gegensatz zu Stadtteilen wie beispielsweise Örestad ist diese historisch gewachsen und lebt nun größtenteils von Tourismus.

Im 13. Jahrhundert entstanden und über die Jahrhunderte hinweg als Hafenstadt etabliert, besticht das Städtchen noch heute durch seinen mittelalterlichen Charme, welcher nicht zuletzt von den etwa 300 erhaltenen Fachwerkhäusern und dem urigen Franziskanerkloster herrührt. Weithin sichtbar strebt zudem der Kirchturm der Sankta Maria kyrka gen Himmel und überragt seit dem 13. Jahrhundert die umliegenden Häuschen. Der von außen relativ schlicht anmutende Backsteinbau offenbart seine volle Schönheit erst mit Betreten des Kirchenschiffs, indem er seinen prächtigen barocken Altar, die majestätische Orgel und die vielen Gemälde präsentiert. Die vielen Cafés und Restaurants locken mit schwedischen Spezialitäten wie Kanelbulle und Kötbullar und warten mit gemütlicher Atmosphäre sowie touristenfreundlicherenglischsprachiger Bedienung auf.

Das Stadtbild wird überdies durch viele liebevoll gestaltete Blumenarrangements geprägt, welche oftmals Parkbänke umrahmen – eine Kombination, die zum Verweilen einlädt. Wie in vielen Städten Schwedens scheint auch in Ystad die Zeit ein klein wenig langsamer zu vergehen: die alltäglichen Einkäufe werden schlendernd getätigt, für einen kleinen Plausch zwischen Tür und Angel findet sich immer ein passender Moment und das Fahrrad ist ein geeignetes Fortbewegungsmittel. Wie weit verbreitet es ist von einem Ort zum nächsten zu radeln, zeigen die vielen gut genutzten Fahrradständer. Vom eleganten Stadtrad mit Körbchen, über das sportliche Rennrad bis hin zu getuntem Vehikel, das ein oder zwei Kindern im eingebauten Gepäckabteil Platz bietet und auf drei Rädern fährt, ist alles vertreten.

Neben den vielen Zweirädern, die durch die schmalen Gassen und gepflasterten Straßen Ystads verkehren, fährt ein altes, karmesinrotes Feuerwehrfahrzeug gut beladen mit Touristen auf dem immergleichen Weg durch das beschauliche Städtchen. Mit ihnen erlebt Ystad eine ganz neue Art von Besichtigungen – Stadtspaziergänge auf den Spuren von Henning Mankells Mördern. Begleitet von Textpassagen über den immer mürrischen Kommissar Kurt Wallander erkunden sie dessen Wohnhaus in der Mariagatan 10, die vielen Mordschauplätze und selbst die Studios, in denen die Werke Mankells verfilmt wurden.

Verlässt man den historischen Stadtkern und visiert den Ostseestrand an, so wandelt sich die Umgebung – wo Fachwerkhäuser standen, finden nun typisch schwedische, kleine und von einem weitläufigen Garten umgebene Holzhäuser ihren Platz und säumen den Straßenrand in unregelmäßigen Abständen. Man sieht, dass Privatspähre hier großgeschrieben wird und kann gemütlich weiter gen Ostseestrand schlendern.

Kurzum: Ystad hat viel zu bieten – verschlafene Gässchen, gemütliche Cafés, Geschichte und im Vergleich zu den hektischen Universitätsstädten, die wir in den Tagen zuvor besuchten, viel Ruhe.

Skandinavische Köstlichkeiten

Hemingway beschrieb es, Roger Whittaker besang es und alle wollen hin. Zum Meer. Lebensqualität in tausend Tropfen.

Aber kaum einer kennt die kulinarischen Spezialitäten so, wie wir sie kennenlernen durften. Bei einer schnellen Google-Suche als generell giftig beschrieben, sehen sie in natura doch sehr friedlich aus. Die Quallen – die Austern der Ostsee. Aus einem lockeren Spruch wurde Ernst auf der Zunge und jellyfish im Hals. Wie würde man in Schweden sagen: smaklig.

Mehr als Modellprojekte: Moderne Mobilitätskonzepte am Öresund

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In keiner schwedischen Stadt gibt es mehr Fahrradwege als in Malmö: 410 km durchziehen die südschwedische Stadt und damit fünf Kilometer mehr als in der wesentlich größeren dänischen Hauptstadt Kopenhagen. Folge ist, dass bereits 30% des gesamten Verkehrs auf das … Weiterlesen

Brücken verbinden – Kooperation zwischen Schweden und Dänemark

Die Entwicklung der Öresund-Region in den letzten 20 Jahren ist von außen betrachtet eine große Erfolgsgeschichte. Wir haben mit Birgitte Steenstrup vom Öresund-Komittee über das bisher Erreichte, aber auch über Probleme und Herausforderungen gesprochen.

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Weithin sichtbar überspannt die Öresund-Brücke die Meerenge zwischen Dänemark und Schweden und ist damit zum physischen Symbol für die Zusammenarbeit dieser beiden Länder geworden. Obwohl in Sichtweite voneinander gelegen, beschränkte sich der Austausch zwischen Malmö und Kopenhagen aufgrund der Einschränkungen und des Aufwands im Fährverkehr.

Auch wir fahren mit dem Öresundzug über diese Brücke, um von Malmö nach Kopenhagen zu gelangen. In ca. 30 min ist es heute möglich von der drittgrößten Stadt Schwedens in die Hauptstadt Dänemarks zu gelangen. Direkt im Zentrum von Kopenhagen hat das Öresund-Komittee seinen Sitz. Dort treffen wir Birgitte Steenstrup, die dort als Analystin tätig ist.

„Das Öresund-Komittee fungiert als Koordinationsbüro zwischen Behörden, der Politik und externen Partner auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene“, erklärt Brigitte Steenstrup, „so dass 1+1=3 ergeben kann.“ Begonnen hat diese Zusammenarbeit mit dem Beschluss zum Bau der Öresund-Brücke. Sowohl Malmö als auch Kopenhagen befanden sich Anfang der 1990er Jahre an einem Wendepunkt. Ehemals bedeutende Industriestandorte, mussten sie sich nach dem Niedergang bedeutender Großindustrien um eine Neuausrichtung bemühen. Mit dem Bau einer festen Verbindung über den Öresund sollte der Übergang zu einer Dienstleistungs- und Wissenschaftsgesellschaft vorangetrieben werden.

Direkt nach der Eröffnung der Öresund-Brücke im Jahr 2000 konnten die hochgesteckten Ziele erstmal nicht im erhofften Umfang beobachtet werden. Als mögliche Gründe – die noch heute Barrieren für das Zusammenwachsen darstellen – nennt uns Birgitte Steenstrup die unterschiedlichen Steuer- und Rentenversicherungssysteme der beiden Länder, die unterschiedlichen Währungen sowie allgemeine Hemmnisse bezüglich der kulturellen und sprachlichen Integration. Auch wenn sich die schwedischen und dänische Kultur in weiten Teilen stark ähneln, existieren doch auch Unterschiede. Das Bewusstsein für diese verschiedenen Nuancen ist seit der umfangreicheren Zusammenarbeit gestiegen. Angst davor, dass es zu einer „Verwässerung“ der eigenen Kultur kommt, hatten die Menschen Schweden und Dänemark jedoch nicht.

Um die Wettbewerbsfähigkeit der Öresund-Region im internationalen Wirtschaftsgeschehen zu gewährleisten und zu verbessern, konzentriert sich das Öresund-Komittee auf vier Schlüsselthemen. Brigitte Steenstrup erläutert uns, dass Wissen und Innovation besonders wichtig sind: „Eine Vision des Öresund-Komittees ist es, dass alle in der Öresund-Region immatrikulierten Studierenden Vorlesungen und Veranstaltungen an Universitäten beiderseits der Öresund-Querung besuchen und sich für ihr Studium anerkennen lassen können.“ Die dafür nötigen Kooperationen zwischen den Universitäten voranzutreiben, liegt aktuell im Fokus des Öresund-Komittees.

Ein zweites Argument liegt auf dem Arbeitsmarkt. Die Chance für hochqualifizierte Beschäftigte eine Bandbreite passender Arbeitsmöglichkeiten zu finden, steigt wenn die gesamte Region als potentieller Arbeitsort in Frage kommt und nicht nur jeweils der dänische oder schwedische Teil. Aber auch andere ArbeitnehmerInnen – vor allem im kommunikativen Dienstleistungsgewerbe – können profitieren.

Die Bündelung von Kräften für Großereignisse aller Art ist ein weiterer Punkt bei dem die Kooperation zwischen Dänemark und Schweden den möglichen Aktionsradius des Einzelnen stärkt. So findet in Malmö im nächsten Jahr der Eurovision Song Contest statt. Ein weiteres ambitioniertes Ziel hat die Region sich damit gesetzt, sich für die Ausrichtung der Expo 2022 zu bewerben.

Der vierte Fokus liegt auf der Mobilität und der regionalen Erreichbarkeit. Hier erhofft man sich insbesondere weitere Impulse duch die geplante feste Fehmarn-Belt-Querung zwischen Deutschland und Dänemark und außerdem besteht der Wunsch nach einer zweiten Brücke zwischen Dänemark und Schweden, die Helsingör und Helsingborg verbindet. Dies würde vor allem dem Güterverkehr von und nach Schweden zugute kommen.

„Im Jahr 2009 pendelten ca. 20.000 Personen am Tag über die Öresund-Brücke, um auf der jeweils anderen Seite zu arbeiten“, erklärt uns Birgitte Steenstrup und zeigt uns die entsprechenden Statistiken. 2003 waren es gerade mal 5.000 Pendler. Die Richtung der Pendelströme ist weitestgehend von Schweden nach Dänemark. Trotzdem sind ca. 40% davon Dänen, die vor ein paar Jahren aufgrund der niedrigeren Wohnkosten nach Schweden gezogen sind.

Kritisch wird Birgitte Steenstrup als sie uns die Zahlen des wirtschaftlichen Wachstum der Region präsentiert. Obwohl die Steigerung des regionalen Bruttoinlandsproduktes leicht über dem EU-Durchschnitt liegt, ist man damit nicht zufrieden: „Die Zunahme der Produktivität ist, gerade außerhalb Kopenhagens, nicht gut genug.“ Orientiert wird sich dabei an Regionen wie Stockholm oder anderen boomenden Wirtschaftsregionen der EU. Hier will man noch weit mehr erreichen und das Potential der Öresund-Region umfangreicher ausschöpfen und erweitern. Bis 2025 soll es täglich 40.000 Pendler über die Öresund-Brücke geben. Mit den ESS- und MaxIV-Projekten, die uns bereits in Lund vorgestellt wurden, soll zudem der Forschungssektor massiv ausgebaut werden.

Es sind ehrgeizige und hochgesteckte Ziele, die hier verfolgt werden. Die Öresund-Region hat viel vor und denkt heute nicht nur schon an morgen, sondern bereits an übermorgen. Dies zeigt nicht nur der überaus informative Vortrag von Birgitte Steenstrup, sondern dieses Gefühl haben auch unsere anderen Referenten vermittelt. Kern- und Herzstück wird bei allem die Öresund-Brücke bleiben: nur durch sie ist die Vision der Öresund-Region überhaupt möglich.

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